Thomas Reupold: Mit Boxen zu mentaler Stärke

Wenn sich Thomas Reupold ein Fitnessstudio aussucht, gibt es eine absolute Voraussetzung: es muss einen Boxsack haben. Denn Boxen ist für den 23-jährigen Münchener Studenten der Wirtschaftsinformatik die ideale Ergänzung zum Krafttraining. Schließlich fördert es nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Schnelligkeit, Gewandtheit und vor allem mentale Belastbarkeit. Und so wurde aus dem ursprünglichen Interview zu Sport schnell ein Gespräch über Selbstbewusstsein und innere Zufriedenheit.

Thomas, wie bist du zum Krafttraining gekommen?

Zum Krafttraining kam ich ungefähr vor vier Jahren mit dem einfachen Grund: ich wollte nicht mehr der dünne Junge sein und hatte mir schon immer gesagt, dass ich mal mehr Muskeln haben will.

Was fasziniert dich am Krafttraining?

Man kann seinen Erfolg so einfach und leicht messen. Wer mehr trainiert, wird auch besser. Und jeder kann mehr oder weniger genau
das Gleiche erreichen.

Welche sportlichen Ziele hast du?

Mein Ziel ist einfach, mit mir und meinem Körper zufrieden zu sein.

Möchtest du auch mal an Wettkämpfen im Bodybuilding teilnehmen?

Ich fände es auf jeden Fall einen großen Meilenstein für meine Leidenschaft, auch eine Auszeichnung zu bekommen. Aber für Wettkämpfe müsste ich mich mit 110 Prozent nur auf diese Sache konzentrieren, und das ist nicht mein Ziel.

Deine zweite Leidenschaft ist das Boxen. Wie kam es dazu?

Zum Boxen kam ich vor zwei Jahren durch einen Freund. Davor hatte ich auch einmal MMA (Mixed Martial Arts) ausprobiert, was aber nicht so meins war.

Und warum wurde Boxen zur Leidenschaft?

Mich fasziniert am meisten daran, dass der ganze Körper zusammenarbeitet und dass man ans Limit geht.

Boxt du auch im Verein?

Ich habe in einem Verein geboxt. Durch einen Umzug konnte ich dort
leider nicht weitertrainieren. Aber ich will auf jeden Fall wieder in einen Verein.

Dein Fitnessstudio muss einen Boxsack haben. Was bringt einem das Training am Boxsack?

Mir bringt es den Kontrast zum Krafttraining und die Funktionalität der Muskeln.

Was bedeutet hier “Funktionalität der Muskeln”?

Damit meine ich, dass ich lerne, wie ich die Muskeln vom Krafttraining für das Boxen anwenden kann, also welche Muskelgruppen wichtig für den Schlag sind.

Inwiefern hilft dir das Boxen auch psychisch?

Beim Boxen muss der Kopf abschalten. Man muss schauen, was der Gegner macht, und kann somit alles andere ausblenden, was oft sehr gut tut.

Es gibt Menschen, denen der Sport sogar aus einer persönlichen Krise herausgeholfen hat. Dir auch?

Nicht direkt aus einer Krise aber beide Sportarten haben mein
Selbstbewusstsein sehr gestärkt, was mir indirekt bestimmt in vielen Bereichen geholfen hat.

Gibt es etwas, das du durch Krafttraining und Boxen über dich gelernt hast?

Durch das Krafttraining habe ich viel darüber gelernt, wie mein Körper, die Muskeln, die Gelenke aber auch die Ernährung funktionieren, also was der Körper braucht, um zu funktionieren. Beim Boxen war es mehr die mentale Stärke: wie viel mehr man noch schaffen kann, wenn der Kopf nicht sagt, dass es genug war.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der Krafttraining oder Boxen zur Stärkung von Körper und Psyche beginnen will?

Fang an! Das ist erstmal etwas plakativ gesprochen, aber das Wichtigste ist immer, überhaupt anzufangen. Auch wenn es nur zehn Minuten sind, ist das mehr als gar nichts.

Lebst du den Fitness-Lifestyle?

Nicht wirklich. Ich habe zwar manchmal meine Phasen, in denen ich aufbaue oder eine Diät mache, aber genauso gern grille ich mit Freunden und trinke abends ein Bier. Also ziemlich ausgeglichen.

Betreibst du noch andere Sportarten?

Nichts in dem Ausmaß wie Krafttraining oder Boxen. Aber im Sommer gehe ich noch sehr gerne Wakeboard fahren.

Welche anderen Hobbies oder Leidenschaften hast du?

Im Urlaub gehe ich sehr gerne tauchen. Außerdem interessiere ich mich für Uhren und die Präzision, wie diese hergestellt werden.

Hast du Vorbilder?

Ich hatte nie wirklich Vorbilder und versuche nicht, wie jemand anderes zu sein, sondern nur ein besseres Ich.

Hast du eine besondere Lebenseinstellung, die dir dabei hilft?

Das man so gut wie alles schaffen kann, wenn man daran glaubt aber natürlich auch daran arbeitet. Und auch kleine Schritte bringen sehr viel mehr als gar nichts tun.

Vielen Dank für das Gespräch, Thomas!

Thomas Reupold auf Instagram: https://www.instagram.com/em.ouw/

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